banner

 

 

 

Fotos: @malteser_schoeppingen

 

 

 

 

 

 

Für die Inhalte der verlinkten Seiten und Logos ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber der Seiten verantwortlich. Die verlinkten Seiten wurden zum Zeitpunkt der Verlinkung auf unangemessene Inhalte überprüft.

 

 

"Der Patient hat immer recht"

 

Dr. Ralf Rassmann hielt Vortrag über Schmerzen im Alter

 

von Peter Ries

 

Schmerz ist überlebenswichtig. Würde der Mensch keinen Schmerz empfinden, kann er sogar daran sterben. Es gäbe kein Warnsignal, wenn er sich verletzt, die Knochen bricht und z.B. eine Blinddarmentzündung bekäme. Was beweist: Schmerz kann nicht nur schützen, sondern auch warnen.

 

In Deutschland leiden etwa 12 Millionen Menschen unter chronischen Schmerzen

 

Düsseldorf 23.03.2018 (pri). In Deutschland leiden etwa 12 Millionen Menschen unter chronischen Schmerzen. Nach wie vor werden viele Schmerz-Patienten nicht ausreichend behandelt: Oft dauert es bis zu 10 Jahre, bis ein Schmerz-Patient in einer spezialisierten Praxis oder Klinik behandelt wird. Mehr als 600.000 Patienten mit chronischen Schmerzen nehmen starke Schmerzmedikamente. Nur etwa jeder 10. erhält tatsächlich die erforderlichen Medikamente.

 

Wie man Schmerzen definiert und was man dagegen tun kann, waren einige der wichtigsten Fragen zum Thema "Schmerzen im Alter" der letzten Sitzung des Seniorenrates der Landeshauptstadt Düsseldorf. Um diese und viele andere Fragen beantworten zu lassen, luden die Seniorenratsmitglieder unter dem Vorsitz von Gregor Jungbluth den Mediziner Dr. Ralf Rassmann zur Sitzung ein. Der Allgemeinmediziner praktiziert in einer Gemeinschaftspraxis in Kaiserswerth auch in den Bereichen Schmerztherapie und Sportmedizin.

 

Dr. Rassmann beim Seniorenrat mit dem Thema Schmerzen im Alter. Foto: rassmannDr. Rassmann definiert Schmerzen als ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis. Schmerzen sind grundsätzlich sehr sinnvoll: Sie dienen als biologischer Alarm, als Warnruf des Körpers. Bei akutem Schmerz löst ein äußerer Reiz, etwa eine Gewebeverletzung, Signale aus, die über Nervenverbindungen zum Gehirn gelangen. Dort rufen sie die subjektive Schmerzwahrnehmung hervor. Sie soll vor allem verhindern, dass wir uns noch mehr verletzen.

 

 

Woran ich meinen Schmerz erkenne, ist für den Mediziner eine der Fragen, die in seiner Praxis immer wieder auftauchen und für ihn einfach zu beantworten ist. „Wenn ein Patient sagt, er habe Schmerzen, dann empfinde er sie auch. Darum hat der Patient immer recht. Ich kann einem Patienten, der über Schmerzen in meiner Praxis klagt, nicht entgegnen, das kann nicht sein. Vielmehr muss nach der Ursache eines Schmerzes geforscht werden. Da nicht immer offensichtlich ist, was den Schmerz verursacht, muss nicht selten in detektivischer Kleinarbeit die Ursache gefunden werden“ so Rassmann.

 

Schmerzmessung:

 

Eines der wichtigsten Instrumente ist die Messung per Skala – also die Bestimmung durch die vom Patienten empfundenen Stärke seines Schmerzes. Da gibt es die numerische Schmerzskala 0-10 und die bildlich dargestellte „Smileys“ Skala für Kinder.

 

Dabei sei jedoch zu beachten, dass jeder Schmerz sehr individuell ist; soll heißen, dass der Patient, der seinen Schmerz auf der Skala bei 3 sieht ohne weiteres tatsächlich sogar bei 7 oder liegen kann. „Die Skala dient in erster Linie dazu, ein Verlaufsurteil - was hatte ich vorher und wie groß ist der Schmerz jetzt - abzugeben. Durch die regelmäßige Schmerzmessung wird die Schmerztherapie ständig den individuellen Bedürfnissen des Patienten angepasst. So wird verhindert, dass der Schmerz dauerhaft (chronisch) wird. Gleichermaßen ist das Führen eines Schmerztagebuches wichtig, um den Schmerzverlauf besser beurteilen und beeinflussen zu können.

 

„Die Behandlungen von Schmerzen sind so vielseitig wie die Arten von Schmerzen. Über Kopfschmerzen und Migräne Schmerzen bis Phantomschmerzen und schweren chronischen Schmerzen und vieles mehr. Doch für alle Arten gelte, sich dem Schmerz nicht einfach hinzugeben, sondern ihn nach Möglichkeit wieder loszuwerden oder zumindest abzumildern“ so der Schmerzmediziner. Schon eine positive Einstellung des Patienten kann oft helfen.

 

Zwar ginge dadurch nicht jeder Schmerz einfach weg, jedoch sei z. B. die Hinwendung darauf, was man trotz seines Schmerzes noch alles machen kann, besser als darüber nachzudenken, was man nicht mehr kann. Auch solle man sich nach Möglichkeit viel bewegen und sich zum Beispiel Ablenkung verschaffen, um dem Schmerz keine Hauptrolle einnehmen zu lassen.

 

Schmerz wegnehmen, bevor er entstehen kann

 

„Natürlich müssen Schmerzen auch mit Medikamenten behandelt werden. Nicht selten sogar mit Opioide und Morphinen“. Hier rät Dr. Rassmann in jedem Fall, die Form der Tablette zu bevorzugen. Oft würden Spritzen verabreicht, die immer mehr an Bedeutung verlieren, weil es die Patienten ortsabhängig mache und sie darauf angewiesen, dass immer ein Arzt in der Nähe ist, der sie verabreicht. Daher sei es unabdinglich seine Schmerzen selbst zu managen.

 

Dazu gehöre auch selbstverantwortlich mit den Schmerzmitteln umzugehen. Wer in der Regel im Acht-Stunden-Rythmus seine Schmerzmedikation einnehme, jedoch schon nach sechs Stunden starke Schmerzen verspüre, könne das Medikament auch früher einnehmen. In jedem Fall solle man durch den Arzt auch feststellen lassen, ob man überhaupt auch richtig eingestellt ist. Als oberste Maxime gelte es, den Schmerz wegnehmen, bevor er entstehen kann.

 

Morphine nicht immer der beste Weg

 

Leider nimmt Morphium nicht bei jedem den Schmerz weg. Das belege zum Beispiel die Number needed to treat (NNT (Die Anzahl von Patienten, die behandelt werden müssen, um eine entsprechende Wirksamkeit zu erhalten). Morphium liegt dabei an dritter Stelle. Soll heißen, dass von drei mit Morphium behandelten Patienten nur einer profitiert.

 

Aber Opioide und Morphide sind glücklicherweise nicht die letze Möglichkeit. Welche jedoch für den Schmerzpatienten die berste ist, sollte immer erst abgeklärt werden.

 

Mittlerweile gibt es auch ein Verfahren der gezielten Nervenstimulation zur Schmerzbehandlung an einzelnen Nervenwurzeln, die für die Schmerzweiterleitung verantwortlich sind. Es nennt sich spinale Ganglionstimulation, wobei eine dünne Elektrode die Nervenfasern präzise dort stimuliert, wo Schmerzen aus den verschiedensten Körperregionen in das Rückenmark gelangen und von dort ihre quälenden Signale in das Gehirn senden. Vorteil: keine oder geringe Nebenwirkungen.

 

Auf die terminale Sedierung mochte Rassmann jedoch nicht weiter eingehen. „Diese wird in der Palliativmedizin angewendet - auch palliative Sedierung genannt. Das kämme bei den allermeisten hier jedoch ohnehin nicht infrage, weil ich davon ausgehe, dass Sie ja alle weiter am leben teilnehmen wollen“, sagt Rassmann.

 

Beipackzettel verhindert Akzeptanz

 

„Alle kennen diese ellenlangen Beipackzetteln, die den Patienten mehr verwirren, und unleserlich klein bedruckt sind. Oft verleiten sie mit ihren schrecklichen Nebenwirkungen dazu, dass die Patienten das verschriebene Medikament erst gar nicht einnehmen. Doch diese Beipackzettel sind gesetzlich vorgeschrieben und eigentlich mehr juristische Informationsblätter als medizinische. Wer nach dem lesen des Beipackzettels unsicher ist, solle nicht eigenmächtig handeln, sondern sich in jedem Fall an seinen Arzt wenden, rät Dr. Rassmann.

 

Mit nach oben gestreckten Armen und der richtigen Atmung läßt es sich nicht unglücklich sein Nach einem sehr interessanten und kurzweiligen Beitrag, an dem sich die Seniorenratsmitglieder und Besucher rege beteiligten, beendete Dr. Rassmann seinen Vortrag mit viel Applaus und fügte hinzu: „Es gibt noch so viel zu sagen, was den Rahmen dieser Sitzung jedoch sprengen würde“. Dennoch bat Rassmann die Anwesenden, einmal sitzend auf den Boden zu schauen und mitzuteilen, was die sie sich dabei fühlten. Fast alle empfanden es als eher unglücklich und unangenehm. Danach sollten sich alle einmal von ihren Plätzen erheben und die Arme weit nach oben zu strecken. Auf die Frage, was sie nun empfanden, waren die Antworten durchweg positiv. Mit diesem kleinen Experiment wollte der Mediziner einmal zeigen, dass auch die Haltung eine wichtige Rolle für einen gesunden Geist und Körper spiele. Denn mit nach oben gestreckten Armen und der richtigen Atmung läßt es sich nicht unglücklich sein - es ist eine Sieger Pose, die man täglich - und so oft es geht - widerholen solle. 

 

Der Vorsitzende des Seniorenrates Gregor Jungbluth bedankte sich bei Rassman für den tollen Beitrag und die stellvertretende Vorsitzende, Ulrike Schneider fügte hinzu, dass sie diesen Vortrag genossen habe und freue, dass Dr. Rassmann trotz seiner kurz bemessenen Zeit und seiner vielen Patienten an einem Freitag der Einladung des Seniorenrates gefolgt sei. „Dieses Thema lag mir besonders am Herzen, weil es insbesondere für unsere Senioren wichtig ist, zu erfahren, wie man mit dem Schmerz umgehen kann und wo man Hilfe bekommen kann.“

 

Über Dr. Ralf Rassmann:

 

Nach seiner Ausbildung zum Allgemeinmediziner an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf, praktizierte der 54-jährige zunächst am Bundeswehrkrankenhaus Koblenz und in der Hausarztpraxis Dr. Huth in Willich, bevor er sich in seiner Praxis seit 1998 in der Fliednerstraße in Kaiseswerth niederließ. Mit an Bord sind Dr. Denise Frehen (Allgemeinmedizin und Gefäßchirurgie) und Seline Spierzack (Innere Medizin und Gastroenterologie).

 

 

 

Hinweis:

Informationen über Beipackzettel finden Sie unter: http://www.beipackzettel.de/ und bei der Patienteninfo-Service Website: https://www.patienteninfo-service.de/ Sie ermöglicht Patienten – ganz gleich ob blind oder sehend – einen barrierefreien Zugriff auf die Packungsbeilagen von Medikamenten.

 

Wichtige Infos über das Thema Schmerzen finden Sie auch bei der Deutsche Schmerzgesellschaft e.V. und bei Schmerzhilfe.de

 

 

 


 


VdK Sozialverband: Die Politik muss mehr tun

 

Bundesweit fehlen immer noch über 60.000 Pflegekräfte

 

Bundesweit fehlen immer noch über 60.000 Pflegekräfte

 

 

NRW | 15.03.2018 | (vdk). Der Sozialverband VdK sieht beim Thema Pflege im Koalitionsvertrag gute Ansätze, aber sie reichen bei weitem nicht aus“, erklärt Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, anlässlich des Deutschen Pflegetages. „Die Politik muss viel mehr für die Pflege tun.“

 

Der Sozialverband VdK kritisiert vor allem, dass die neue Bundesregierung über ein Sofortprogramm nur 8.000 zusätzliche Fachkräfte für den Bereich der medizinischen Behandlungspflege schaffen will. Behandlungspflege meint Häusliche Krankenpflege. „Das ist aus Sicht des VdK viel zu wenig. Denn umgerechnet sind das nur 0,6 neue Vollzeitstellen pro Einrichtung“, sagt VdK-Präsidentin Ulrike Mascher. „Im Durchschnitt sind aber vier bis fünf Vollzeitstellen in der Behandlungspflege nötig, um gute Pflege in den Einrichtungen zu gewährleisten.“ Bundesweit fehlen demnach 60.000 Pflegekräfte nur für diesen Bereich.

 

Zugleich fordert der VdK, dass die Mehrkosten, die etwa mit Personalzuwächsen in der Pflege verbunden sind, nicht auf die Pflegebedürftigen und ihre Familien abgewälzt werden dürfen. „Wir brauchen neue und innovative Finanzierungskonzepte für gute Pflege, die die Versicherten entlasten“, betont VdK-Präsidentin Ulrike Mascher. „Sonst besteht die Gefahr, dass Pflege noch teurer und der Eigenanteil pflegebedürftiger Menschen noch höher ausfällt.“

 

Ulrike Mascher VdKDarüber hinaus fordert der Sozialverband VdK die Politik auf, pflegende Angehörige besser zu unterstützen und zu ihrer Entlastung Angebote in der Kurzzeit- und Verhinderungspflege sowie in der Tages- und Nachtpflege auszubauen und dafür zu werben, dass pflegende Angehörige diese wahrnehmen. „Angebote zur Entlastung und Beratung pflegender Angehöriger sind Teil einer guten pflegerischen Infrastruktur, die wir dringend in unserem Land benötigen“, so Ulrike Mascher.

 

Der VdK fordert zudem, dass das Vorhaben von Union und SPD, auf das Einkommen von Kindern Pflegebedürftiger künftig erst ab einer Höhe von 100.000 Euro im Jahr zurückzugreifen, schnell umgesetzt wird.

 

 


 

 

Ärzte, Pflegende, Rettungskräfte und Feuerwehrleute in

 

Nordrhein-Westfalen besser vor Gewalt schützen

 

Die nordrheinischen Ärztinnen und Ärzte fordern Politik und Gesellschaft auf, mehr Anstrengungen zu unternehmen, um Ärztinnen und Ärzten, medizinisches Personal und andere Rettungskräfte vor Gewalt zu schützen.

 

Düsseldorf, 10.3.2018. „Die wiederholten Angriffe auf Rettungskräfte müssen ein Weckruf an die Gesellschaft, die Politik und jeden einzelnen sein, der Verrohung entgegenzutreten“, heißt es in einer am Samstag, 10. März 2018 in Düsseldorf verabschiedeten Entschließung der Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein.

 

Außerdem müssten Ärztinnen und Ärzte und die anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Notaufnahmen, Notfallpraxen sowie im ärztlichen Bereitschaftsdienst in den Schutzbereich des § 115 Strafgesetzbuch aufgenommen werden. Mit einer Gesetzesänderung im April 2017 hat der Deutsche Bundestag durch eine Ergänzung von § 323c StGB zwar die Behinderung von hilfeleistenden Personen rechtlich der unterlassenen Hilfeleistung gleichgestellt. Das medizinische Personal wurde jedoch nicht in den weitergehenden Schutzbereich des § 115 StGB aufgenommen.

 

Laut einer 2015 im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichten Studie sind 91 Prozent der Hausärzte in Ausübung ihrer Arbeit schon einmal Opfer von aggressivem Verhalten geworden. 23 Prozent der Mediziner erlebten schwerwiegende Aggressionen und Gewalt, bei elf Prozent der Befragten ereigneten sich die heftigen Zwischenfälle in den vergangenen zwölf Monaten. In ihrer Praxis fühlen sich zwar die meisten Ärzte noch sicher, während der Bereitschaftsdienste und bei Hausbesuchen sieht das jedoch anders aus. Zwei Drittel der Ärztinnen und ein Drittel der Ärzte fühlen sich in diesen Situationen unsicher.

 


 

Bereitschaftsdienst: „Wir können das!“

 

NRW. 09.03.2018 | Kein Notfall, aber medizinische Hilfe wird außerhalb der Praxisöffnungszeiten der niedergelassenen Ärzte gebraucht? In diesen Fällen wählt der Patient die bundesweite Bereitschaftsdienstnummer 116117. Mehr als sieben Millionen Anrufer haben dies 2017 getan. Die Organisation der medizinischen Hilfe hinter der Nummer übernehmen die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) – im größten Bundesland NRW sind dies die KVen Nordrhein und Westfalen-Lippe.

 

„Die KVen sind in der Lage und gut aufgestellt, um gemeinsam mit den Krankenhäusern mehr Verantwortung zu übernehmen. Ziel ist eine engere Verzahnung der Notfallversorgung in den Krankenhäusern mit dem Bereitschaftsdienst der niedergelassenen Ärzte. Doch die Rahmenbedingungen müssen stimmen.“ So lautete die gemeinsame Botschaft von Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein, sowie Dr. Gerhard Nordmann, 2. Vorstandsvorsitzender der KV Westfalen-Lippe, heute in der Arztrufzentrale NRW in Duisburg.

 

„Auf der gesundheitspolitischen Agenda steht das Thema Notfallversorgung ganz oben. Wie schaffen wir es, dass die Patienten den für sie richtigen Ansprechpartner finden und nicht einfach ins nächstgelegene Krankenhaus gehen? Ein wichtiger Schritt dahin ist, den Bürgern die richtigen Informationen an die Hand zu geben. Dazu gehört auch das Wissen um die bundesweite Bereitschaftsdienstnummer 116117. Mehr als sieben Millionen Anrufer im vergangenen Jahr zeigen, dass die Nummer nicht gänzlich unbekannt ist. Aber sie muss noch bekannter werden“, erklärte KBV-Chef Gassen.

 

„Wir setzen uns für sektorenübergreifende Strukturen bei der Notfallversorgung ein. Schon heute haben wir viel umgesetzt. So befinden sich 90 Prozent unserer 75 Notfalldienstpraxen an oder in Krankenhäusern. Nicht mobile Patienten versorgen wir über ärztliche Fahrdienste, die über die Bereitschaftsdienstnummer 116117 koordiniert werden“, erklärte Bergmann. Er führte aus: „Die vom Gesetzgeber gewünschten Portalpraxen können eine Lösung darstellen. Allerdings fehlt bisher eine genaue Definition mit verbindlichen Standards für deren Organisation, Aufbau und Finanzierung. Sicher ist, dass wir nicht an jedem Klinikstandort eine solche Einrichtung brauchen. Das wäre weder notwendig noch wirtschaftlich.“

 

„In Westfalen ist der ärztliche Bereitschaftsdienst gut aufgestellt. Unsere Struktur zeichnet sich durch zentrale Notfallpraxen an Kliniken, Hausbesuchsdienste, fachärztliche Dienste und die Arztrufzentrale hier in Duisburg aus. An 20 Standorten haben wir bereits echte Portalpraxen mit gemeinsamen Tresen von Ambulanz und Bereitschaftsdienstpraxis etabliert – Tendenz steigend“, sagte Nordmann. Um anrufende Notfallpatienten in die richtige Versorgungsstruktur zu leiten, werde zudem in Ostwestfalen ab April die Zusammenlegung der Nummern 112 und 116117 getestet.

 

Reformbedarf sahen alle drei Vorstände nicht nur bei der Struktur, sondern mindestens genauso dringend bei der Finanzierung der Notfallversorgung. „Die Leistungen in der Notfallversorgung – und zwar sowohl für die Kliniken als auch für die Niedergelassenen – werden aus dem budgetierten Honorar finanziert“, sagte Nordmann. „Die Folge ist, dass die Notfallversorgung immer mehr die Regelversorgung verdrängt. Und das darf nicht sein“, ergänzte Bergmann. „Letztlich schließt sich hier der Kreis: Die unsäglichen Budgets gehören abgeschafft. Nicht sofort alle auf einmal, aber wir müssen schrittweise damit beginnen“, so Gassen.

 

Weitere Infos zur neuen Nummer

 


 

BZgA veröffentlicht neue Broschüre „Antworten auf wichtige

 

Fragen - Organ- und Gewebespende“

 

Es ist wichtig, sich mit dem Thema intensiv auseinanderzusetzen, um eine persönliche Entscheidung treffen zu können. Köln | 06.10.2017 | Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat in einer neuen Broschüre mit dem Titel „Antworten auf wichtige Fragen - Organ- und Gewebespende“ 30 häufig gestellte Fragen zum Thema zusammengetragen. In Deutschland wünscht sich nach den Ergebnissen einer repräsentativen Befragung der BZgA fast die Hälfte der Bevölkerung mehr Informationen zum Thema Organ- und Gewebespende.

 

Eine der gängigen Fragestellungen erläutert Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA: „Viele Menschen sind unsicher, ob sie aufgrund des Alters oder von Vorerkrankungen dennoch Organe spenden können. Eine feste obere Altersgrenze für eine Organspende gibt es nicht. Auch im höheren Alter können Organe und Gewebe gespendet werden. Ob sich Gewebe und Organe für eine Transplantation eignen, wird immer im Einzelfall medizinisch beurteilt und entschieden. Wichtig sind der Zustand und die Passung der zu transplantierenden Organe und Gewebe und nicht das Alter der spendenden Person.“

 

Sich über die Organ- und Gewebespende Gedanken zu machen, ist nicht selbstverständlich, denn dieses Thema bedeutet auch, sich mit dem Tod und der eigenen Endlichkeit auseinanderzusetzen. Eine Entscheidung für oder gegen eine Organ- und Gewebespende ist wichtig, da sonst im Fall der Fälle die Angehörigen entscheiden müssen. Um die eigene Entscheidung wahren zu können, sollte diese dokumentiert und den Angehörigen mitgeteilt werden. Hier finden Sie die wichtigsten Informationen im Überblick, die Ihnen helfen sollen, Ihre Entscheidung zu treffen

 

 

Organspende geht alle an

 

Jeder Mensch kann eines Tages aufgrund einer schweren Erkrankung ein gespendetes Organ benötigen oder über die Organspende eines Angehörigen entscheiden müssen. Vielleicht wird man nach dem eigenen Tod auch selbst zum Organspender oder zur Organspenderin, wenn man seine Zustimmung in einem Organspendeausweis festgelegt oder diese Entscheidung der Familie mitgeteilt hat.

 

In Deutschland warten derzeit rund 11.000 schwerkranke Menschen auf eine Organtransplantation, teilweise viele Jahre. Während dieser Wartezeit sterben täglich drei Menschen. Die meisten Menschen haben bereits eine eigene Meinung zum Thema Organspende. Aber das allein reicht nicht aus. Egal, ob man sich für oder gegen eine Organspende entscheidet – wichtig ist, in der Familie oder mit der Partnerin / dem Partner darüber zu sprechen und die persönliche Entscheidung in einem Organspendeausweis festzuhalten. So ist es leicht, den eigenen Entschluss über den Tod hinaus zu sichern. Bisher besitzen aber nur 25 Prozent der Deutschen einen Organspendeausweis. Dies wollen die ORGANPATEN gemeinsam ändern. 

 

In dem Menüpunkt aktive Organpaten erfahren Sie, was genau ORGANPATEN ausmachen, was sie bewegen wollen und wie auch Sie Teil der ORGANPATEN werden können. Hier finden Sie auch eine Übersicht der bereits registrierten ORGANPATEN und deren Profile. Unter Erfahrungen & Meinungen sind Sie die Geschichten und Erfahrungen von Menschen, die durch eine Transplantation ein Organ erhalten oder die einen Angehörigen zur Organspende freigegeben haben, aufgeführt. Zudem können Sie hier Interviews und andere Beiträge aus Politik, Musik und Medizin rund um das Thema Organ- und Gewebespende lesen. Die Botschaft ist die gleiche: Organspende rettet Menschenleben.

 

Vielen Menschen fällt es schwer, über Organspende zu reden. Und doch ist die Auseinandersetzung mit dem Leben und Tod sowohl in der Gesellschaft als auch in der Kunst und Kultur allgegenwärtig. Deshalb zeichnet der ORGANPATEN-Preis ganz bewusst persönliche oder kulturelle Arbeiten außerhalb des medizinischen Bereichs aus und fördert somit die Beschäftigung mit dem Thema Organ- und Gewebespende.

 

Quelle: https://www.organpaten.de/organpaten